EM Dressur Junge Reiter: Fabienne Lütkemeier gewinnt Gold, Silber für Sanneke Rothenberger
 
Kronberg - Fabienne Lütkemeier ist Dressur-Europameisterin der Jungen Reiter. Nach dem Titel mit der Mannschaft gewann die 20-Jährige Paderbornerin heute in Kronberg mit D'Agostino auch die Goldmedaille in der Einzelwertung. Nur knapp dahinter landete ihre Teamkollegin Sanneke Rothenberger (Bad Homburg) mit Deveraux OLD. Fast wäre auch die dritte Medaille in der Einzelwertung in Deutschland geblieben. Mit weniger als drei Zehntel Abstand belegte Stella Charlott Roth (Alsbach-Hähnlein) mit Diva Royal den vierten Platz. Bronze ging an die Niederländerin Danielle van Mierlo mit BMC Ucento.

Insgesamt bewarben sich 49 Junge Reiter auf dem Schafhof von Mannschafts-Olympiasiegeri Ann-Kathrin Linsenhoff um den Titel des Europameisters. Fabienne Lütkemeier musste als erste Reiterin des letzten Sechserblocks aufs Viereck und damit vor ihren Teamkolleginnen, die sich dank ihrer guten Leistungen in der Mannschaftsprüfung ebenfalls für diesen Startplatz qualifiziert hatten. "Irgendwie war das auch entspannend. In der Mannschaftsprüfung war ich allerletzte Starterin und das war ich schon ein bisschen nervös", sagte die Siegerin. 77,896 Prozentpunkte gab es für ihren Ritt. Danach hieß es warten für die Tochter von Mannschaftsweltmeisterin Gina Capellmann-Lütkemeier. Warten auf die Ergebnisse ihrer Mitstreiterinnen. Vor allem auf die von Sanneke Rothenberger mit Deveraux OLD, die ihr bereits in der Mannschaftsprüfung dicht auf den Fersen gewesen war. Die fast auf den Tag genau drei Jahre jüngere Reiterin blieb allerdings schon zur Halbzeit etwas hinter Lütkemeier zurück und konnte dies bis zum Ende auch nicht aufholen. Mit 77,158 gewann sie Silber. "Ich habe gehört, wie viele Punkte Fabienne bekommen hat und wusste, dass ich mein Bestes geben muss. Und wenn die Aufgabe erst einmal angefangen hat, konzentriert man sich sowieso nur noch auf den nächsten Schritt", sagte Sanneke Rothenberger. Eigentlich hätte die 17-Jährige in diesem Jahr noch bei den Junioren an den Start gehen können. Hier wäre sie nach dem Gewinn aller Goldmedaillen in den Jahren 2008 und 2009 als Titelverteidigerin angetreten. "Aber was hätte ich da noch besser machen können? Diesen Druck wollte ich mir ersparen", sagte die frisch gebackene Vizeeuropameisterin zu ihrem Entschluss, sich in die nächste Altersklasse hochstufen zu lassen.

Von den Zuschauern und Fans mit Spannung erwartet wurde aber nicht nur das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden deutschen Favoritinnen, sondern auch die Ritte ihrer Teamkolleginnen Louisa Lüttgen (Kerpen) mit Habitus und EM-Debütantin Stella Charlott Roth mit Diva Royal. In der Mannschaftsprüfung hatten die beiden punktegleich auf Platz fünf gelegen. Damit hatte zur Freude des gesamten Teams kein "Streichergebnis" in der Mannschaftswertung gegeben. In der Einzelwertung, die gleichzeitig die Qualifikation für das Kürfinale ist, ging es nun aber auch darum, wer von beiden in der Kür starten darf. Denn laut Reglement sind nur drei Reiter pro Nation im Finale startberechtigt, selbst wenn - wie im Falle der deutschen Reiter - alle vier Paare in der Einzelwertung unter den ersten 15 platziert sind. Louisa Lüttgen, seit vielen Jahren Teamkollegin von Sanneke Rothenberger, musste als Erste der beiden an den Start und blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten. "Ich hatte in der Galopptour ein paar Fehler. Insofern bin ich mit dem Ergebnis schon zufrieden", sagte die 19-Jährige nach ihrem Ritt. Mit 70,158 Prozentpunkten reichte es nur zum zwölften Platz. Im Vergleich zur ersten Prüfung steigern konnte sich dagegen Stella Charlott Roth. Die 20-Jährige mit Wurzeln im EM-Austragungsort Kronberg ("Meine Großeltern und mein Onkel leben hier.") beendete die Prüfung mit einem Ergebnis von 74,125 Prozentpunkten. Das hätte fast zu einer Medaille gereicht, doch die Niederländerin Danielle van Mierlo war mit 74,368 Prozentpunkten etwas besser bei den Richtern weggekommen. Wie für Roth und Lütkemeier ist es auch für die Schülerin von Coby van Baalen und Johann Hinnemann (Voerde) das letzte Junge-Reiter-Jahr. Im nächsten Jahr muss sie sich mit den Senioren messen. "Ein großer Schritt", so van Mierlo.


24.07.2010
(FNpress)